Weitere Fonds

Im Bereich der geschlossenen Fonds gibt es neben den „klassischen“ Fonds (Immobilien, Medien, Schiffe) auch viele weitere Fonds, die in die verschiedensten Bereiche investieren (wollen).

Insbesondere sind hier die derzeit sehr beliebten Flugzeugfonds zu nennen, die Beteiligungen an einem Flugzeug anbieten. Auch Fonds, die in regenerative Energien investieren boomen derzeit geradezu. Etliche Solarfonds und Windparkfonds wurden in den letzten Jahren neu aufgelegt und häufig auch an Kleinanleger vertrieben.

Sehr beliebt sind auch sogenannte Waldinvests oder Waldfonds, welche den Anleger praktisch in die Rolle als „Förster aus der Entfernung“ versetzen. Der Fonds und damit der einzelne Anleger erwirbt ein Stück Wald und verwertet in gewissen Zyklen der Aufforstung den vorhanden Holzbestand, welcher verkauft und der Erlös an die Anleger ausgeschüttet wird. Das Investitionsgut „Holz“ hört sich auf den ersten Blick sehr krisenfest an. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass verschiedenste Gefahren durch Waldbrände, Stürme, Überschwemmungen und Schädlingsbefall drohen, die mitunter auch den gesamten Waldbestand des Fonds vernichten können. Ebenso kann die Nachfrage nach Holz für längere Zeit sinken und dadurch der Preis fallen.

Bei sämtlichen geschlossenen Fonds gehen die Anleger ein unternehmerisches Risiko ein. Sie haben zwar die Aussicht auf attraktive Renditen, tragen aber im Gegenzug auch das volle unternehmerische Risiko, das heißt, dass immer ein Totalverlustrisiko des eingesetzten Kapitals besteht.

Diese Fonds sind daher ausschließlich für Anleger geeignet, die lediglich mit einem geringen Teil ihres Vermögens spekulieren wollen und einen möglichen Totalverlust verschmerzen können. Häufig werden diese Anlagen aber von unseriösen Beratern auch weniger risikobereiten Anlegern empfohlen. Diesen gegenüber werden meist die im Vergleich zu konservativen Anlagen erheblich höheren Renditechancen herausgehoben, während die beschriebenen Risiken einer derartigen Beteiligung wohlwissend verschwiegen werden.

Bei Lebensversicherungsfonds werden die angelegten Gelder von der Fondsgesellschaft in den Kauf von Lebensversicherungen investiert.

Zumeist sollten auf dem Zweitmarkt Lebensversicherungspolicen in den USA, in Großbritannien oder auch in Deutschland erworben werden. Die Fondsgesellschaften kaufen die Policen auf, die Versicherungsnehmer zurückgeben bzw. verkaufen müssen.

Der Gewinn für die Fondsgesellschaft und die Anleger soll insbesondere in der Differenz zwischen dem Rückkaufswert beim vorzeitigen Verkauf einer Lebensversicherung und dem rechnerischen Marktwert liegen, wenn die Lebensversicherung bis zum Ende der Laufzeit nicht aufgelöst wird. Das Fondsmanagement bietet verkaufswilligen Versicherungsnehmern hierbei einen kleinen Aufschlag auf den Rückkaufswert, den die Versicherungsnehmer bei einer Kündigung ihrer Police von der Versicherungsgesellschaft erhalten würden.

Der Verkäufer der Versicherungspolice erhält vom Fonds den vereinbarten Kaufpreis, bleibt aber auch nach der Veräußerung in der Regel weiterhin versicherte Person. Die für den Versicherungsvertrag fälligen Prämienzahlungen werden von der Fondsgesellschaft übernommen, die beim Tod des Versicherten dann die vereinbarte Ablaufleistung bzw. Versicherungssumme erhält.

Der Lebensversicherungsfonds spekuliert demnach unter anderem auch auf ein frühes Ableben des Versicherten, um in den Genuss einer möglichst hohen Ablaufleistung zu kommen.

Solche Fonds eignen sich nach Meinung von Rechtsanwalt Senn nicht für Anleger, die kurz- bis mittelfristig investieren, vor allem die sicher im Sinne des Kapitalerhalts ihr Geld anlegen wollen.

Lebensversicherungsfonds sind nämlich hoch komplexe und riskante Anlageprodukte. Als unternehmerische Beteiligung ausgestaltet, besteht grundsätzlich das Risiko des Totalverlustes. Diese Fonds eignen sich daher jedenfalls nicht als alleinige Altersvorsorge, wie in der Werbung oftmals auch mit der vermeintlichen Sicherheit von „Lebensversicherungen“ suggeriert wird.

Es zeigt sich mitunter erst nach Jahren, dass die seinerzeitigen Versprechungen gegenüber den Anlegern nicht zutreffen: zugesicherte Ausschüttungen bleiben aus, Nachschüsse drohen, im allerschlimmsten Fall erfolgt die Liquidation und der Totalverlust des Anlegergeldes.

Anleger dieser riskanten Produkte sollten ihre etwaigen Schadenersatzansprüche gegenüber dem Berater bzw. der dahinter stehenden Vertriebsgesellschaft oder anderen Beteiligten fachkundig prüfen lassen.

Nachfolgende Fonds sind als Lebensversicherungsfonds konstruiert (Beispiele von diversen Emittenten) und haben teilweise bereits erhebliche finanzielle Schwierigkeiten:

– BVT Life Bond Fund (II und III)
– db Kompass Life
– GAF Activ Life 1 und 2
– HSC Optivita UK (I bis XI) bzw. USA
– HSC Optivita Deutschland
– HVBFF Life Britannia 1
– Wealth Cap Life Britannia 2
– HVBFF Life USA 1 und 2
– GAF Active Fonds
– Wealth Cap Life USA 3 und 4
– König & Cie. Britische Leben Renditefonds
– König & Cie. Deutsche Leben I bis III
– Berlin Atlantic Capital (BAC) Life Trust Fonds 1 bis 14
– MPC Rendite Fonds Leben plus
– MPC Rendite Fonds Britische Leben plus (I bis III)
– db Kompass Life Fonds
– Ideenkapital Prorendita 2 bis 5
– HPC US Life (1 bis 4)
– Lloyd Britische Kapital Leben (I bis VIII)
– WestLB Trust (1 bis 4)
– Clerical Medical
– Rothmann & Cie. TrustFonds UK
– US Life 2 Renditefonds
– Life Value (I und II) von Dr. Peters
– Chorus Life 1 Deutschland
– Nr. 175 (182) Life Invest Deutschland I (II)
– Lloyd Brit. Kapital Leben IV GmbH & Co. KG
– MPC Rendite-Fonds Leben plus (II bis VII)
– Britische Lebensversicherung Equitable Life
– MTV V British Life

Anleger, die nicht über die bestehenden Risiken aufgeklärt wurden und eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds besitzen, sollten daher dringend rechtlichen Rat einholen, bevor sich die drohenden Risiken realisieren, welche mittlerweile bei den Schiffsfonds bereits eingetroffen sind.

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