Verbraucherinsolvenz

Verbraucherinsolvenz – Außergerichtlicher Einigungsversuch

Wenn Sie überschuldet sind und an die Durchführung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens denken, ist es zunächst erforderlich, einen so genannten „außergerichtlichen Einigungsversuch“ zu unternehmen. Bevor dieser nicht versucht wurde, ist der Antrag auf Verbraucherinsolvenz gar nicht möglich.

Hierbei werden zunächst alle Gläubiger um Zusendung einer aktuellen Forderungsaufstellung gebeten. Im Anschluss wird ein so genannter Schuldenbereinigungsplan, entsprechend der monatlich möglichen Zahlungen erstellt und auf dessen Grundlage eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern versucht.

Voraussetzung für das Zustandekommen dieser Einigung ist allerdings, dass alle Gläubiger diesem Plan zustimmen, ansonsten ist dieser gescheitert. Der Erfahrung nach muss hierzu leider festgestellt werden, dass in der Regel immer mindestens ein Gläubiger die Zustimmung verweigert, weshalb eine derartige außergerichtliche Einigung selten funktioniert.

Wenn diese gescheitert ist, dann wird über das Scheitern eine Bescheinigung ausgestellt. Zu den Stellen, die diese Bescheinigung erteilen dürfen, zählen unter anderem die Rechtsanwälte.

Mit dieser Bescheinigung kann dann die Insolvenzeröffnung beim Insolvenzgericht beantragt werden.

Die Schuldnerberatungsstellen bieten die Durchführung eines derartigen außergerichtlichen Einigungsversuches in der Regel kostenfrei an. Daher gibt es dort auch Wartezeiten von teilweise deutlich über einem Jahr.

Schneller geht es beim Rechtsanwalt, allerdings kann dieser die Tätigkeit nicht kostenlos anbieten.

Es gibt hinsichtlich der Kosten zwei Möglichkeiten:

Bei den Rechtsantragsstellen der Amtsgerichte gibt es die Möglichkeit, einen so genannten Beratungshilfeschein zu beantragen. Wird für den außergerichtlichen Einigungsversuch Beratungshilfe gewährt, dann kann der Rechtsanwalt direkt mit dem Amtsgericht abrechnen.

Wenn Sie demnach einen derartigen Schein haben, kann sofort mit dem o.g. Verfahren begonnen werden.

Wenn Sie keinen Anspruch auf Beratungshilfe haben, bzw. diese nicht gewährt wird – häufig mit dem Hinweis, dass die Tätigkeit bei den Schuldnerberatungsstellen kostenlos sei – müssen die Kosten vorab bezahlt werden. Natürlich kann hier auch eine Ratenzahlung vereinbart werden. Die genauen Kosten hängen unter anderem von der Anzahl der Gläubiger ab, diese kann ich gerne vorab mitteilen.

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